
– Europaweiter Aktionstag Tag der Stiftungen am 1. Oktober
– DRF Stiftung stellt zwei neue Forschungsprojekte vor
– Vibrationsschutz für Neugeborene im Hubschrauber
– Sicherheit von Sterilgütern unter Einsatzbedingungen
Pünktlich zum europaweiten Tag der Stiftungen starten zwei neue, von der DRF Stiftung Luftrettung geförderte Projekte.
Früh- und Neugeborene zählen zu den besonders vulnerablen Patientengruppen im Interhospitaltransport. Während der luftgebundene Transport mitunter die schonendste Möglichkeit darstellt, sind sie auch hier Vibrationen, Erschütterungen und Beschleunigungen ausgesetzt, welche Auswirkungen auf die neurologische und kardiorespiratorische Stabilität haben können. Durch die zunehmende Zentralisierung der Versorgung sehr kleiner Frühgeborener infolge der Mindestmengenregelung wird zukünftig mit einer steigenden Zahl spezialisierter Transporte gerechnet. Wie können besonders empfindliche Neugeborene während eines medizinisch notwendigen Hubschraubertransports noch besser vor Vibrationen geschützt werden? Genau dieser Frage geht die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) gemeinsam mit der DRF Luftrettung nach.
Sterilgüter sind ein unverzichtbarer Bestandteil der präklinischen Notfallversorgung. Während Hersteller für die Lagerung konstante Druck- und Temperaturbedingungen vorgeben, sind diese Anforderungen im Rettungsdienstalltag weder im bodengebundenen Rettungsdienst noch in der Luftrettung vollständig einzuhalten. Insbesondere durch wechselnde Umgebungsbedingungen in Rettungswagen, Notarzteinsatzfahrzeugen und Rettungshubschraubern stellt sich die Frage, ob die Sterilität der mitgeführten Materialien dauerhaft gewährleistet bleibt. Bisher liegen hierzu kaum wissenschaftliche Erkenntnisse vor. Die Hochschule Furtwangen pürft das im Rahmen einer experimentellen Untersuchung.
DRF Forschungsförderung verbessert die Notfallversorgung nachhaltig
Mit den beiden neuen Förderprojekten, die jeweils am Tag der Stiftungen starten, zeigt die DRF Stiftung damit exemplarisch, worauf es ihr bei ihrer Förderung ankommt: relevante Fragestellungen aus der Praxis wissenschaftlich zu beantworten und so signifikante Verbesserungen für die Notfallversorgung zu ermöglichen.
“Die Notfallversorgung entwickelt sich ständig weiter. Dafür brauchen wir Forschung, die dort ansetzt, wo im Alltag der Rettungsdienste und der Notfallmedizin konkrete Fragen entstehen”, sagt Dr. Krystian Pracz, Vorstand der DRF Stiftung Luftrettung. “Genau hier verstehen wir unsere Aufgabe als Stiftung: Wir fördern Forschung und Innovation, machen Entwicklungsbedarf sichtbar und unterstützen dabei, neue Erkenntnisse und wirksame Lösungen in die notfallmedizinische Praxis zu bringen.”
Weniger Vibrationen beim Transport von Neu- und Frühgeborenen
Eines der neu geförderten Projekte widmet sich einer besonders sensiblen Patientengruppe. Die Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) untersucht gemeinsam mit der DRF Luftrettung gemeinnützige GmbH ein neuartiges Dämpfungssystem für Transportinkubatoren, das die Belastung von Neugeborenen durch Vibrationen während eines Hubschraubertransports reduzieren soll.
Im Mittelpunkt steht das AVIS-System des Münchner Unternehmens Muniqo Performante. Im Rahmen einer Simulations- und Beobachtungsstudie soll untersucht werden, wie sich das System unter realistischen Bedingungen im Hubschraubertransport bewährt. Verantwortet wird das Projekt auf Seiten der LMU von Herrn Dr. med. Dominik Höchter, der zugleich als Notfallmediziner und leitender Hubschrauberarzt der Region Südost bei der DRF Luftrettung tätig ist. Die Testflüge mit Hubschraubern der DRF Luftrettung finden voraussichtlich im Frühjahr 2027 am Standort Rheinmünster statt.
Gerade beim Transport von Neugeborenen kommt es darauf an, Belastungen so gering wie möglich zu halten. Die Untersuchung soll Erkenntnisse dazu liefern, ob und in welchem Umfang die magnetischen Federelemente am Inkubator dazu beitragen können, die Belastung von Früh- und Neugeborenen durch Erschütterungen und Vibrationen während des Lufttransports wirksam zu reduzieren. Die Ergebnisse könnten damit eine Grundlage für die weitere Verbesserung von Inkubatortransporten bilden.
Wie sicher bleiben Sterilgüter unter realen Einsatzbedingungen?
Das zweite neue Förderprojekt setzt bei einer Frage an, die im Rettungsdienst alltäglich erscheint, für die Patientensicherheit aber von grundlegender Bedeutung ist: Wie wirken sich wechselnde Druck- und Temperaturbedingungen auf die mikrobiologische Integrität verpackter Sterilgüter aus? Untersucht werden soll, ob die besonderen Lagerungs- und Umgebungsbedingungen im Rettungsdienst Auswirkungen auf die Sterilität beziehungsweise die Schutzwirkung der Verpackung haben können.
Über die DRF Stiftung Luftrettung
Die DRF Stiftung Luftrettung engagiert sich für die Weiterentwicklung von Notfallrettung und Notfallmedizin. Mit ihrer Förderung unterstützt sie Forschung, Innovation und Kompetenzentwicklung und trägt dazu bei, wissenschaftliche Erkenntnisse in die Versorgungspraxis zu überführen. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Rettungskette und damit die Versorgung von Patientinnen und Patienten nachhaltig verbessert werden können. Mehr Informationen unter: www.drf-stiftung.de
Die beiden Projekte stehen beispielhaft für das Förderverständnis der DRF Stiftung Luftrettung. Diese ergänzen die inzwischen 14 Förderprojekte, mit denen seit 2025 wegweisende Ideen unterstützt wurden und werden.
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