KI im Studium: Was 64 deutsche Hochschulen vorschreiben

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Frankfurt am Main, 10. September 2026. Zum Wintersemester 2026/27 gelten an deutschen Hochschulen sehr unterschiedliche Regeln für den Einsatz generativer KI in Hausarbeiten und Abschlussarbeiten. Die Plattform ManuskriptMentor hat die offiziellen KI-Richtlinien von 64 Hochschulen aus allen 16 Bundesländern ausgewertet. Die Übersicht ist frei zugänglich unter https://manuskriptmentor.com/tools/ki-richtlinien-hochschulen und nennt zu jedem Eintrag den Erlaubnis-Status, die Verbindlichkeit, eine mögliche Kennzeichnungspflicht sowie die Originalquelle der Hochschule mit Datum.

Kennzeichnungspflicht ohne Vorlage

58 der 64 Hochschulen verlangen, dass Studierende den Einsatz von KI kenntlich machen. Eine Vorlage oder ein Formular dafür war bei 26 dieser Hochschulen öffentlich auffindbar. Bei den übrigen formulieren Studierende eine prüfungsrelevante Erklärung ohne Muster. Als Ort der Angabe nennen 34 Regelungen die Eigenständigkeitserklärung, zehn einen Anhang zur Arbeit.

“Wer eine Erklärung zur KI-Nutzung verlangt, sollte auch zeigen, wie sie aussehen soll”, sagt Daniel M. Greiner, Inhaber von ManuskriptMentor. “Ein Muster kostet die Hochschule wenig. Ohne Muster raten die Studierenden.”

Verbindliche Richtlinie oder Empfehlung

22 der ausgewerteten Regelwerke sind zentral bindend, 31 haben Empfehlungscharakter, elf mischen beides je nach Fachbereich oder Prüfungsordnung. Ein vollständiges Verbot generativer KI fand sich unter den 64 dokumentierten Hochschulen nicht. 53 erlauben den Einsatz unter Auflagen, bei elf ist die Regelung uneinheitlich. Stand der Erhebung ist der 3. Juni 2026, maßgeblich bleibt die jeweils aktuelle Fassung der Hochschule.

Erfundene Quellen als Auslöser

Wie Verdachtsfälle in der Praxis ablaufen, hat Greiner im August in einer Studie untersucht (Zenodo 2026, DOI 10.5281/zenodo.22013076). Ausgewertet wurden 234 öffentliche Forenthreads aus den Jahren 2007 bis 2026. Jeder Thread wurde mehrfach unabhängig codiert, eine Stichprobe zusätzlich von Hand. Die Durchgänge stimmten zu 86 Prozent überein. In den Fällen mit tatsächlicher Sanktion war fast durchweg eine erfundene Quelle der Auslöser, nicht der Wert eines KI-Detektors.

“Ein Detektorwert schätzt, wie vorhersagbar ein Text formuliert ist. Über die Herkunft sagt er nichts Sicheres”, sagt Greiner. “Tragfähig wird eine Bewertung über die Arbeit selbst, also über überprüfbare Quellen und die Fähigkeit, das eigene Vorgehen zu erklären.”

KI-Detektion und Ihre Grenzen

ManuskriptMentor betreibt selbst einen kostenlosen KI-Detektor für wissenschaftliche Texte, nutzbar ohne Anmeldung. Geprüft werden deutschsprachige Abschnitte aus Hausarbeit, Bachelorarbeit oder Masterarbeit. Das Werkzeug gibt den Wert des Anbieters ZeroGPT wieder, markiert die beanstandeten Stellen und erklärt, wie der Wert zustande kommt. Ein Beweis ist dieser Wert nicht. Der Bericht benennt die Grenzen der Prüfung offen und mit Erklärung und lässt sich als PDF herunterladen: https://manuskriptmentor.com/tools/ki-detektor