Selbstorganisation verstehen: GfA diskutiert Ursprung, Forschung und aktuelle Relevanz – von Kant bis KI

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Baden-Baden, 13. Januar 2026 – Wenn Ordnung ohne Dirigenten entsteht, wenn Systeme sich aus sich selbst heraus strukturieren und stabilisieren, dann sprechen Forschende von Selbstorganisation. Was nach einem abstrakten Begriff klingt, berührt heute zentrale Fragen unserer Zeit: Wie entstehen Muster in Klimasystemen? Warum kippen Wirtschaftsprozesse plötzlich? Und weshalb lernen KI-Systeme so erfolgreich aus Daten – oft ohne dass jeder Zwischenschritt „von außen“ vorgegeben wird?

Genau darüber diskutiert die Gesellschaft für Arbeitsmethodik e.V. (GfA) am 22.01.2026 in einer Online-Veranstaltung. Die Diskussion trägt den Titel „Ursprung und Bedeutung der Selbstorganisation“ und basiert auf dem gleichnamigen E-Book von Dr. Rainer Paslack, veröffentlicht im GfA-Forum Heft 1/2, 2025 sowie als eBook (ISBN: 978-3-948646-62-2).

Für die Diskussion bringt die GfA drei ausgewiesene Experten zusammen:

Dr. Rainer Paslack, Autor u.a. der „Urgeschichte der Selbstorganisation“, ordnet historische Linien und wissenschaftliche Schlüsselideen ein.

Helmut L. Clemm, Dipl.-Ing., Ehrenvorsitzender der Gesellschaft für Arbeitsmethodik e.V. , beleuchtet Bedeutung und Anschlussfähigkeit des Konzepts für Denken, Organisation und Praxis.

Dr. Günter Dedié (Dipl.-Physiker), Autor u.a. „Die Kraft der Naturgesetze: Emergenz“ (eBook-ISBN: 978-3849579029), ergänzt die Perspektive der Naturgesetze, Emergenz und Modellbildung.

Inhaltlich spannt die Runde einen weiten Bogen: von mythischen Schöpfungsvorstellungen der Antike über Immanuel Kants frühe Begriffsprägung bis zu den wissenschaftlichen Meilensteinen des 20. Jahrhunderts. Im Fokus stehen die drei Pioniere, die das moderne Verständnis von Selbstorganisation maßgeblich geprägt haben: Ilya Prigogine (dissipative Strukturen), Hermann Haken (Synergetik) und Manfred Eigen (autokatalytische Hyperzyklen).

Besonders aktuell ist die Brücke zur künstlichen Intelligenz: Viele KI-Verfahren nutzen Prinzipien, die sich als Selbstorganisationsprozesse beschreiben lassen – etwa wenn aus vielen Einzeldaten stabile Muster entstehen und Systeme ihre Leistungsfähigkeit durch Rückkopplungen weiterentwickeln. Das macht Selbstorganisation nicht nur zu einem naturwissenschaftlichen Konzept, sondern zu einem transdisziplinären Paradigma – mit Konsequenzen für Forschung, Technologie, Organisationen und Gesellschaft.

Moderiert wird die Veranstaltung von Dr. Dr. Brigitte E. S. Jansen, Herausgeberin und 1. Bundesvorsitzende der Gesellschaft für Arbeitsmethodik e. V. (GfA). Im Zentrum steht eine Frage, die bewusst offen bleibt und gerade deshalb produktiv ist: Wo endet hilfreiche Selbstorganisation, wo beginnt unkontrollierte Dynamik – und was bedeutet das für die Gestaltung unserer Zukunft?

Anmeldung zur Veranstaltung kostenfreien Veranstaltung

Die Veranstaltung wird aufgezeichnet. Mit der Anmeldung erklären Sie sich damit einverstanden, dass die Aufzeichnungen im Rahmen der GfA-Aktivitäten genutzt werden.

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