
In der Jahresanalyse 2025 ist uns dabei etwas aufgefallen, das wir so nicht erwartet hätten: Nahezu 10?% der Uploads sind keine wissenschaftlichen Arbeiten, sondern persönliche Kommunikation. Der deutlichste Ausschlag kam ausgerechnet am Valentinstag: Am 14. Februar 2025 registrierten wir eine Spitze an Dokumenten, die sich nicht sauber in typische Kategorien wie Essay, Präsentation oder Abschlussarbeit einordnen ließ. Eine vertiefte Prüfung zeigte: Hunderte Liebesbriefe – teils als Fließtext, teils sogar als Smartphone-Fotos handschriftlicher Zeilen – wurden hochgeladen, um sie auf KI-Nutzung und Plagiatsmuster zu prüfen.
Besonders überraschend: In 38?% dieser Liebesbriefe zeigte unsere Analyse, dass mehr als die Hälfte des Textes Muster enthielt, die stark auf KI-Generierung hindeuten.
„Wir bauen Werkzeuge, damit Leistung in Schule und Hochschule fair bewertbar bleibt – und plötzlich helfen wir Menschen dabei, herauszufinden, ob ein Ich liebe dich wirklich aus der Feder einer Person stammt“, sagt Markus Goldbach. „Das ist zugleich amüsant und ein klares Signal: Authentizität ist kein Nischenthema. Sie zählt in der Liebe – und sie zählt in der Bildung. Gerade weil KI heute so überzeugend schreiben kann, müssen Originalität, kritisches Denken und echte Eigenleistung wieder sichtbarer werden.“
Methodik (kurz): Die Zahlen stammen aus unserer jährlichen Trendanalyse hochgeladener Texte. Wir nutzen Klassifikatoren zur Einordnung von Textarten sowie Mustererkennung zur Identifikation von KI- und Plagiatsindikatoren. Die Valentinstags-Spitze 2025 wurde zusätzlich stichprobenartig qualitativ validiert.