
Die zentralen Systemkomponenten des neu entwickelten Multi-Megawatt-Ladegeräts werden derzeit im Hafen Norddeich installiert. An dem Projekt sind 18 Partnerunternehmen, Universitäten und
Forschungseinrichtungen aus zehn europäischen Ländern beteiligt. Im Fokus steht die Demonstration eines modularen, standardkonformen Multi-Megawatt-Ladesystems für vollelektrische Schiffe. Derzeit erfolgt der mechanische und elektrische Aufbau der Infrastruktur, gefolgt von umfassenden Systemtests.
„Die finale Demonstration ist für Ende Februar geplant. Sie ist ein entscheidender Moment für das Projekt HYPOBATT und das gesamte Konsortium. Sie zeigt, dass die im Projekt entwickelten Konzepte und Technologien nicht nur theoretisch funktionieren, sondern auch im realen maritimen Umfeld umsetzbar sind. Norddeich und der E-Kat bieten das ideale Umfeld, um diesen nächsten Schritt zu gehen“, sagt Dr. Endika Bilbao Muruaga, Projektkoordinator von HYPOBATT.
HYPOBATT steht für HYper POwered vessel BATTery charging system (hocheffizientes Schiffsbatterie-Ladesystem). „In der Schifffahrt brauchen wir viel höhere Ladeleistungen als beispielsweise im Automobilbereich“, sagt Maraike Pommer, Projektmanagerin bei der Frisia. Daher könne man dort vorhandene Technik nicht einfach adaptieren. „Die Konsortialpartner haben nun eine einheitliche Lösung für maritime Anwendungen entwickelt und mit dem E-Kat haben wir dabei
gerne unterstützt“, so Pommer. Die neue Technik sei einfach bedienbar, schnell, sicher, batterieschonend und kosteneffizient.
„CO?-Reduktion in der Schifffahrt ist eines der großen Zukunftsthemen der Branche“, sagt Reederei-Vorstand Carl-Ulfert Stegmann. „Das Projekt HYPOBATT passt gut zu unserer umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie und geht über unsere eigenen Anwendungen hinaus.“ Bislang hat die AG Reederei Norden-Frisia beispielsweise in die Erzeugung regenerativer Energie investiert, unter anderem mit der Überdachung von 600 Parkplätzen mit PV-Anlagen zur Energieversorgung des E-Kat.
Die Mehrkosten des elektrischen Antriebes des Elektrokatamarans wurden mit 608.000,00 € von der NBank des Landes Niedersachsen gefördert. Die Ladestation für den E-Kat wurde aus der BordstromTech Richtlinie im Rahmen der Umsetzung der Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie der Bundesregierung (MKS) mit insgesamt rund 650.000,00 Euro durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert. Die Fördermaßnahme wird von der NOW GmbH koordiniert.